Unter Deutschen
Arme Susanne Osthoff. Armes, seltsames, unbegreifliches Deutschland.
Bei der italienischen Journalistin Giuliana Sgrena wurde irgendwie mehr Anteilnahme gezeigt als sie entführt, mehr Freude geäußert, als sie unter dramatischen Umständen befreit wurde und nach Italien zurückkehrte. Wie anders aber im "Fall" Susanne Osthoff. Da wird die Schwester bei der Mahnwache angepöbelt, die öffentliche Anteilnahme hält sich sowieso stark in Grenzen. Nach der Befreiung wird darüber spekuliert, ob die Entführte nun für die Unkosten, die der deutsche Staat mit ihr hatte, aufkommen muss. Als das in Zweifel gezogen wird, melden sich früher entführte Sahara-Touristen und regen sich auf und fordern geradezu, dass Susanne Osthoff gefälligst auch zu zahlen habe. Inzwischen werden seltsame Informationen von deutschen Geheimdienstmitarbeitern gemeldet, die Frau Osthoff in Bagdad getroffen (und möglicherweise erst gefährdet?) haben wollen. Gleichzeitig zeigen sich die Massenmedien darüber verstört und irritiert, dass "unsere" Geisel jetzt vorzieht nicht nach Deutschland zurückzukehren und sich dem medialen Trubel verweigert. Dabei sieht man sie schon bei Herrn Jauch, Herrn Kerner oder Herrn Beckmann im Sessel sitzend über die dramatische Entführung berichten, tränenden Auges die Versöhnung mit der Familie anzeigend und öffentlich Abbitte leistend, dass sie ihren eigenen Weg ging, der sie nun mal in den Irak führte, statt tagtäglich ihre Tochter auf dem Schulweg zu begleiten. Was für eine Frau? Was für eine Mutter?
Nun denn, jüngstes Kapitel dieser deutschen Geschichte: "Berlin dreht Osthoff-Projekten den Geldhahn zu" meldet Spiegel Online bezugnehmend auf einen Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dann also Ade, deutsches Kulturzentrum in Arbil. (Was für ein praktischer Grund Kulturförderung zu streichen!) Im Radio wird die Frau sogar symbolisch nach Alaska verbannt. (Genau, da gibt's ja auch Öl.) Sie solle nicht mehr in den Irak, sie sei eine Plage.
Ja, genau. Und Beethoven hätte nach seinen Hörproblemen doch besser malen oder töpfern sollen statt weiterhin stur an seiner Musik festzuhalten. Nicht wahr?
Bei der italienischen Journalistin Giuliana Sgrena wurde irgendwie mehr Anteilnahme gezeigt als sie entführt, mehr Freude geäußert, als sie unter dramatischen Umständen befreit wurde und nach Italien zurückkehrte. Wie anders aber im "Fall" Susanne Osthoff. Da wird die Schwester bei der Mahnwache angepöbelt, die öffentliche Anteilnahme hält sich sowieso stark in Grenzen. Nach der Befreiung wird darüber spekuliert, ob die Entführte nun für die Unkosten, die der deutsche Staat mit ihr hatte, aufkommen muss. Als das in Zweifel gezogen wird, melden sich früher entführte Sahara-Touristen und regen sich auf und fordern geradezu, dass Susanne Osthoff gefälligst auch zu zahlen habe. Inzwischen werden seltsame Informationen von deutschen Geheimdienstmitarbeitern gemeldet, die Frau Osthoff in Bagdad getroffen (und möglicherweise erst gefährdet?) haben wollen. Gleichzeitig zeigen sich die Massenmedien darüber verstört und irritiert, dass "unsere" Geisel jetzt vorzieht nicht nach Deutschland zurückzukehren und sich dem medialen Trubel verweigert. Dabei sieht man sie schon bei Herrn Jauch, Herrn Kerner oder Herrn Beckmann im Sessel sitzend über die dramatische Entführung berichten, tränenden Auges die Versöhnung mit der Familie anzeigend und öffentlich Abbitte leistend, dass sie ihren eigenen Weg ging, der sie nun mal in den Irak führte, statt tagtäglich ihre Tochter auf dem Schulweg zu begleiten. Was für eine Frau? Was für eine Mutter?
Nun denn, jüngstes Kapitel dieser deutschen Geschichte: "Berlin dreht Osthoff-Projekten den Geldhahn zu" meldet Spiegel Online bezugnehmend auf einen Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dann also Ade, deutsches Kulturzentrum in Arbil. (Was für ein praktischer Grund Kulturförderung zu streichen!) Im Radio wird die Frau sogar symbolisch nach Alaska verbannt. (Genau, da gibt's ja auch Öl.) Sie solle nicht mehr in den Irak, sie sei eine Plage.
Ja, genau. Und Beethoven hätte nach seinen Hörproblemen doch besser malen oder töpfern sollen statt weiterhin stur an seiner Musik festzuhalten. Nicht wahr?

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