Ich will heim! - Wo ist daheim?
Wieder mal Susanne Osthoff.
Aber endlich mal ein "vernünftiger" Artikel, keine endlose Schuldzuweisung nach dem Motto "wie kann sie nur?" Wahrscheinlich regt sich der deutsche Blätterwald auch deshalb so auf, weil die Frau Osthoff nicht die Frau Wallert ist, weil sie sich, wie der taz-Autor schreibt, eben wie eine irakische Geisel verhält und versteht. Und die kommen ja auch nicht alle zum Weihnachten feiern nach Deutschland, sofern sie die Geiselhaft überlebt haben.
Und - wo war sie nur so lange? - Antonia Rados meldet sich jetzt in der Berliner Zeitung zum Fall Osthoff.
Und dann gibt es die Momente, wo man vielleicht doch an Gott glaubt, die ja, wie ich inzwischen weiß, einen sehr schönen und ziemlich schrägen Sinn für Humor hat.
Also, da sprach ein ehemaliger Staatsminister im Auswärtigen Amt davon, dass manche Deutsche bei ihren Auslandsreisen ein hohes Risiko eingehen und sich auf den Staat verlassen, dass der sie da wieder rausholt. "Sozialversicherungsdenken" nannte der Herr Chrobog das. (Ob er dabei die ganzen Tsunami-Opfer vom letzten Jahr meinte?)
Manchmal geht's auch schief, wie bei der Heidelberger Studentin, die jüngst in Ecuador erstochen aufgefunden wurde, da muss dann nur noch die Leiche nach Deutschland überführt werden. Manchmal bleibt es aber auch bei der üblichen Entführung wie eben im Fall von Susanne Osthoff. Der wird inzwischen regelrecht gedroht, sie solle ja nicht daran denken, jemals wieder in den Irak zu fahren. Vom Einreiseverbot in den Irak ist die Rede. Das wäre dann eine Art "Zwangsexil" in der fremd gewordenen Heimat Deutschland? Die Argumentation wirkt ein bisschen seltsam und wenn man es ernst nähme, müsste die Bundesregierung ALLEN Irakern und Irakerinnen in Deutschland Asyl anbieten, weil es derzeit dort einfach zu gefährlich ist. Dabei wird in der Realität schon wieder abgeschoben, weil in der Post-Saddam-Ära ja all die Asylgründe wegfallen, die mal gegolten haben. Aber ich schweife vom Thema ab...
Tja, und heute wurde also im Jemen eine fünfköpfige Familie entführt. Dabei weiss man doch, dass der Jemen nun alles andere als ein sicheres Reiseland ist. Touristen waren das, also nicht mal Leute, die den Jemenitern helfen wollten, oder historische Kulturstätten sichern, also weder humanitäre noch kulturelle oder ganz profan wirtschaftliche Gründe. Bloße Abenteuerlust offensichtlich, möglicherweise gepaart mit diesem verwerflichen "Sozialversicherungsdenken", dass es schon irgendwie gut gehen wird. Die Familie war auch mit Studiosusunterwegs, also einem seriösen Reiseveranstalter. Die Einladung sei sogar dort aus einem Ministerium gekommen, und somit auch noch geradezu hochoffiziell. Hat nichts genützt, sind trotzdem entführt worden. - Und wie es der schräge göttliche Zufall will: es ist die Familie Chrobog, die da in den Händen jemenitischer Entführer festsitzt. So was Blödes aber auch! Ist schrecklich für die Familie, klar doch. Aber nach der doofen Bemerkung vom Herrn Chrobog ist ein wenig Zynismus auch angebracht.
Wobei, was mich ja endlos nervt ist, wie diese alten Männer so tun, als ob die Frau Osthoff ein dummes Ding sei. "Eigensinnig" sei sie, als ob das was Schlechtes sei. Dann wird ständig ein "Irak-Experte" zitiert ... und das soll ausgerechnet der Scholl-Latour sein?? Als ob die Osthoff keine Ahnung hätte, wo sie sich da aufhält. Schon seltsam - oder doch Frauensolidarität? - dass sich lediglich die Claudia Roth und die Antonia Rados eher dahingehend äußern, dass die Osthoff schon wissen wird, was sie tut.
Aber endlich mal ein "vernünftiger" Artikel, keine endlose Schuldzuweisung nach dem Motto "wie kann sie nur?" Wahrscheinlich regt sich der deutsche Blätterwald auch deshalb so auf, weil die Frau Osthoff nicht die Frau Wallert ist, weil sie sich, wie der taz-Autor schreibt, eben wie eine irakische Geisel verhält und versteht. Und die kommen ja auch nicht alle zum Weihnachten feiern nach Deutschland, sofern sie die Geiselhaft überlebt haben.
Und - wo war sie nur so lange? - Antonia Rados meldet sich jetzt in der Berliner Zeitung zum Fall Osthoff.
Und dann gibt es die Momente, wo man vielleicht doch an Gott glaubt, die ja, wie ich inzwischen weiß, einen sehr schönen und ziemlich schrägen Sinn für Humor hat.
Also, da sprach ein ehemaliger Staatsminister im Auswärtigen Amt davon, dass manche Deutsche bei ihren Auslandsreisen ein hohes Risiko eingehen und sich auf den Staat verlassen, dass der sie da wieder rausholt. "Sozialversicherungsdenken" nannte der Herr Chrobog das. (Ob er dabei die ganzen Tsunami-Opfer vom letzten Jahr meinte?)
Manchmal geht's auch schief, wie bei der Heidelberger Studentin, die jüngst in Ecuador erstochen aufgefunden wurde, da muss dann nur noch die Leiche nach Deutschland überführt werden. Manchmal bleibt es aber auch bei der üblichen Entführung wie eben im Fall von Susanne Osthoff. Der wird inzwischen regelrecht gedroht, sie solle ja nicht daran denken, jemals wieder in den Irak zu fahren. Vom Einreiseverbot in den Irak ist die Rede. Das wäre dann eine Art "Zwangsexil" in der fremd gewordenen Heimat Deutschland? Die Argumentation wirkt ein bisschen seltsam und wenn man es ernst nähme, müsste die Bundesregierung ALLEN Irakern und Irakerinnen in Deutschland Asyl anbieten, weil es derzeit dort einfach zu gefährlich ist. Dabei wird in der Realität schon wieder abgeschoben, weil in der Post-Saddam-Ära ja all die Asylgründe wegfallen, die mal gegolten haben. Aber ich schweife vom Thema ab...
Tja, und heute wurde also im Jemen eine fünfköpfige Familie entführt. Dabei weiss man doch, dass der Jemen nun alles andere als ein sicheres Reiseland ist. Touristen waren das, also nicht mal Leute, die den Jemenitern helfen wollten, oder historische Kulturstätten sichern, also weder humanitäre noch kulturelle oder ganz profan wirtschaftliche Gründe. Bloße Abenteuerlust offensichtlich, möglicherweise gepaart mit diesem verwerflichen "Sozialversicherungsdenken", dass es schon irgendwie gut gehen wird. Die Familie war auch mit Studiosusunterwegs, also einem seriösen Reiseveranstalter. Die Einladung sei sogar dort aus einem Ministerium gekommen, und somit auch noch geradezu hochoffiziell. Hat nichts genützt, sind trotzdem entführt worden. - Und wie es der schräge göttliche Zufall will: es ist die Familie Chrobog, die da in den Händen jemenitischer Entführer festsitzt. So was Blödes aber auch! Ist schrecklich für die Familie, klar doch. Aber nach der doofen Bemerkung vom Herrn Chrobog ist ein wenig Zynismus auch angebracht.
Wobei, was mich ja endlos nervt ist, wie diese alten Männer so tun, als ob die Frau Osthoff ein dummes Ding sei. "Eigensinnig" sei sie, als ob das was Schlechtes sei. Dann wird ständig ein "Irak-Experte" zitiert ... und das soll ausgerechnet der Scholl-Latour sein?? Als ob die Osthoff keine Ahnung hätte, wo sie sich da aufhält. Schon seltsam - oder doch Frauensolidarität? - dass sich lediglich die Claudia Roth und die Antonia Rados eher dahingehend äußern, dass die Osthoff schon wissen wird, was sie tut.

<< Home