Donnerstag, Januar 12, 2006

Irre Welt

Also, entweder ist die Welt langsam am Durchdrehen ... oder der Wunsch nach Isolation ist doch stark verbreitet ... kaum hat man mal keine Zeit, sich um die Welt und die Nachrichtenlage zu kümmern, überschlagen sich die Wirrnisse.


- da ist der britische Premierminister Tony Blair, der in einem Fernsehinterview für eine neue Initiative für "Problemfamilien" werben wollte und der sich dabei selbst ziemlich gegen die Wand fuhr. Da fragt die Journalistin ganz harmlos nach dem privaten Familienleben des Premierministers, der immerhin vierfacher Daddy ist. Und der rückt dann nach etwas Hin und Her damit heraus, dass er seinen ältesten Sohn geohrfeigt habe. Die Ausreden sind dann die üblichen ... man kenne den Unterschied zwischen einer Ohrfeige und Missbrauch ... aber die wirklich asozialen Familien, da müsse man was tun. - Gut, dass es immer die anderen sind. Auch bei Premiers.


- dann ist der Meister der Isolation, der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il, einfach verschwunden, verloren gegangen in den Weiten Chinas. Was ist denn bitte das jetzt??? Diktator verschollen. Entführung, Mord, Selbstmord ... alles möglich. Aber einfach ohne Grund oder Ankündigung abtauchen? Hallo, der kann doch nicht einfach die Achse des Bösen aufbrechen. Das geht nicht! Nicht mal Osama hat es gewagt einfach so zu verschwinden. Der ist zwar auch irgendwie weg, aber man darf noch annehmen, dass er irgendwo auch noch da ist ... eben irgendwo in den Bergen zwischen Pakistan und Afghanistan ... oder vielleicht doch Texas? ... Egal. Dabei war der nordkoreanische Diktator in "Team America" so wunderbar, geradezu anrührend. Der kann sich doch nicht einfach in Luft auflösen. Team America!!! Tut was!
Das Allerbizarrste aber ist, dass nicht die Meldung des verschwundenen Diktators die Titelseiten der Zeitungen füllt, sondern das Ableben der 92jährigen Mutter von "wir-holen-die-WM-nach-Deutschland" Beckenbauer.


- eigentlich gingen alle davon aus, dass sich Deutschland nicht am Irak-Krieg der Willigen beteiligt habe. Aber nun stellt sich heraus, dass zwei BND-Agenten während des Krieges in Bagdad blieben und weiter ihren "Geschäften" nachgingen. Gerüchteweise sollen sie den Amerikanern geholfen und Bombenziele mitgeteilt haben.
Irgendwie habe ich dieses seltsame Gefühl, dass das Bekanntwerden dieser sehr streng riechenden Story irgendwie mit dem Fall Osthoff zusammenhängt. Frau Osthoff erwähnte ja die deutschen Geheimdienstler, wie die Deutschen sie im Stich gelassen haben während des Krieges etc. ... Kann das mal bitte jemand recherchieren, was da genau gelaufen ist? Vielleicht könnte der Herr Le Carre das fiktional aufbereiten, bitte schön?
Bis dahin soll erstmal ein Untersuchungsausschuss eingerichtet werden, um die Geschichte zu klärn. Das fordern jetzt auch die Grünen. Und Joschka soll und will von der ganzen Geschichte gar nichts gewußt haben. Hier der Spiegel-Bericht.
Und hier ein weiterer Spiegel-Bericht zur dunklen Seite von rot-grün.