Freitag, Januar 20, 2006

Schokosünde

Ach du liebes bisschen. Man ist ja sooooo ignorant. Oder haben Sie schon mal über den Zusammenhang von Schokolade und Kriegswirtschaft nachgedacht? Sehen Sie! Selbst mir als bekennender Schokoholikerin ist das niemals in den Sinn gekommen. Aber die kalten Fakten sind niederschmetternd.

Die taz berichtet heute über diese Zusammenhänge. Die Elfenbeinküste ist weltweit der größe Kakaoproduzent, Deutschland der größte Schokokonsument und viertgrößte Kakaoverarbeiter.
Weitere Fakten hier. Und der politische Hintergründe erhellende Kommentar hier und ein weiterer Bericht hier.
"Wer Schokolade isst, nährt den Krieg in der Elfenbeinküste."
Wo ist meine Lindt? *schnüff* Aber nein, das will ich wirklich nicht.

Globalisierung und Privatisierung haben diesen Zustand vorangetrieben.
"Laut EU-Studie ist der Marktanteil multinationaler Firmen am ivorischen Kakao zwischen 1997 und 2003 von 10 auf 30 Prozent gestiegen, während der einheimischer Kleinunternehmer von 43 auf 10 Prozent zurückging."
Einfache Lösungen gibt es nicht.
"Einfach den Export ivorischen Kakaos zu verbieten wäre unsinnig - es würde Millionen Bauern ins Elend stürzen und den Konflikt damit weiter anheizen. Aber die internationalen Ankäufer und Verarbeiter des Kakaos sollten ihren lokalen Anbietern Bedingungen stellen und auf die Einhaltung von Mindeststandards pochen. Und ihre Regierungen müssen sie notfalls dazu zwingen."