Donnerstag, Februar 02, 2006

Dänische Karikaturen

Im folgenden nur eine Liste mit verschiedenen Meldungen zum Streit um die Mohammad-Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands Posten":

Spiegel Online schreibt das

Und die Süddeutsche schreibt dies

Und die taz jenes

Und Herr Broders Meinung ist hier

Die tagesschau hier

Wikipedia zu Zeitung

Spiegel Online: Jordanischer Chefredakteur wagt Abdruck der Zeichnungen und verliert seinen Job

Spiegel Online: Und einen Tag später wird der Chefredakteur verhaftet

Spiegel Online: Ibn Warraq meint "Entschuldigt Euch nicht"

Spiegel Online: Eine Replik von Jürgen Gottschlich: "Maulhelden der Meinungsfreiheit"

Spiegel Online: Zeichner mit dem Tode bedroht

Spiegel Online: USA unterstützen Moslems

Spiegel Online: France Soir offline, Hagalil gehackt

Spiegel Online: Annan fordert Respekt vor Religionen

Spiegel Online: Kristina Bergmann: "Das gefährliche Spiel mit der religiösen Inbrunst"

Fünf Stimmen deutscher Karikaturisten sammelte der Tagesspiegel darunter auch´

Gerhard Haderer: „Ich halte den Auftrag der Jyllands-Posten-Redaktion, Mohammed zu zeichnen, für eine Schnapsidee. Das islamische Bilderverbot ist eindeutig. Allerdings ist es inkonsequent, dass sich der Westen jetzt nicht hinter die Karikaturisten stellt. Die Muslime, die im Nahen Osten auf die Straße gehen, schießen mit Kanonen auf Karikaturen; ihre Reaktion ist völlig humorlos. Auch für mich gelten Tabus: Ich habe mein Jesusbuch herausgebracht, weil es im Christentum kein Verbot gibt, Jesus darzustellen. Weil ich nicht aus dem Islam oder Judentum komme und ihre Affektlage nicht nachvollziehen kann, würde ich auch ihre Bilderverbote nicht unterlaufen.“

Gerhard Haderer, Jahrgang 1951, arbeitet für den „Stern“.


Über die Geltung des Bilderverbots vermeldet der Tagesspiegel folgendes


Update 3.2.2006
Rudolph Chimelli kommentiert zum Thema Religion und Respekt in der SZ

Und Bernd Graff überaus einsichtsreicher SZ-Kommentar behandelt das Fackeln mit der Freiheit. Graff ruft dazu auf, auf beiden Seiten "zivilisationsemphatisch abzurüsten" und erinnert an die Mär von den "99 Luftballons"...


Update 7.2.2006
Der Iran karikiert zurück - Kampf der geschmacklosen Tabubrecher
Spiegel Online stellt diesen Cartoon-Streit in den Zusammenhang politischer Konflikte.
Und für Telepolis kommentiert Florian Rötzer und stellt den Zusammenhang zu anderen Tabus und gotteslästerlichen Akten her.


Update 8.2.2006

In der Zeit vom 2.2.06 wird "Gerechtigkeit für die Muslime gefordert". Mark Terkessidis und Bahman Nirumand den vom Iran ausgerufenen Karikaturenwettbewerb, verweist auf politische Zusammenhänge sowie auf moderate Stimmen iranischer Intellektueller, die den friedlichen Dialog der Kulturen suchen.
Dass die Proteste in islamischen Ländern vom Iran aus gesteuert werden, vermutet der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD). Im NDR stellte er gestern einen Zusammenhang mit den Entscheidungen der internationalen Gemeinschaft gegen das iranische Atomprogramm her.
Ebenfalls in der taz berichtet Reinhard Wolff über die dänische Zeitung
Jyllands-Posten:
Ende der Neunziger veränderte sich JP deutlich. Fast ein Viertel der Redaktion musste gehen, die Qualität sank, die Meinungsseite orientierte sich immer mehr nach rechts. Einhergehend mit der Ausrufung eines "Kulturkampfs" durch die 2001 angetretene konservativ-rechtsliberale Regierung entwickelte sich JP zum Sprachrohr einer Verschärfung der Ausländerpolitik. Themen kamen ins Blatt, für die man den Tatsachenbeweis schuldig blieb. Ein Chefredakteur ging, nachdem die Leitung gegen seinen Widerstand passend zu den Parlamentswahlen eine Geschichte über angeblichen systematischen Sozialsystemmissbrauch durch Asylsuchende ins Blatt gehoben hatte. Kurz vor den weltweit bekannt gewordenen Zeichnungen prangte auf der Titelseite: "Islam am kriegerischsten". Eine groß aufgemachte Geschichte einer muslimischen Todesliste mit jüdischen Namen erwies sich als Fantasieprodukt.
Der Spiegel Online berichtet über die weltweiten Reaktionen und Proteste, sowie neue Karikaturen in Frankreich und Deutschland. Inzwischen haben jedoch die Satirezeitschriften das Ruder übernommen. Außerdem wird über aktuelle Umfrageergebnisse berichtet, die belegen, dass die Kluft im Westen größer geworden ist und sich mehr Menschen vom Islam bedroht fühlen.