Mittwoch, Juni 21, 2006

Urban Legends aus dem Wald

Wie geht es eigentlich Bruno, dem Bär? Alternativ JJ1. Gibt's den wirklich? Oder ist es ein zur falschen Zeit auflaufender Sommerloch-Füller?

Und diese finnischen Hunde haben sich den Pokal als Loser des Monats verdient. Mal ist zu heiß, dann verlieren sie die Spur wenn's regnet. Haben die bisher nur im abgeschlossenen, überdachten Zoogehege geübt?

Aber, glaubt man der Urban Legend der bayerischen Wälder, dann hat Bruno ja doch den Humor eines pubertierenden Jungbären. Setzt sich frech mitten in der Nacht in Kochel vor die Polizeiwache. Und dreht den Finnen damit schon wieder ne lange Bärennase. Und den bayerischen Ordnungshütern dazu.

Die Boulevardblätter rauschen schon, dass Bruno vielleicht sogar im Englischen Garten in München auftauchen könnte. Ja, klar. Am Samstag ist ja das Spiel gegen die Schweden. Da wird er sich bei nem kühlen Hellen (oder wahrscheinlicher einem Humpen Met) am Chinesischen Turm das Spiel anschauen wollen. Wahrscheinlich findet er Skandinavier irgendwie lustig und posierlich. - Und? Haben Sie's bemerkt? Laut WWF Meldung sind die "finnischen Hunde" (siehe dort) ja eigentlich schwedische Elchhunde. Na, dann ist doch jetzt wirklich alles klar, oder nicht?

Und wenn die Deutschen das Spiel gewinnen und einfach immer weiter gewinnen? Dann macht sich Bruno schon mal gemütlich auf nach Berlin. Oder würden Sie das offizielle Plakat anders interpretieren wollen? Und dann werden diese ganzen blöden Buddy-Bären, die in der Hauptstadt herumstehen, von den finnischen Kampfhunden platt gemacht. Und Bruno fährt nach dem Spiel wieder gemütlich nach Hause. Und meldet "mission accomplished"!

Und kurze Zeit später hören wir dann, dass bei Lenggries Leo, der Löwe gesichtet wurde. Tja. So ist das.

Freitag, Juni 16, 2006

Krass! Deutsche Wirtschaft bekennt sich zu Diskriminierung

Eigentlich ist es doch unfassbar: da tönt die deutsche Wirtschaft vehement gegen das geplante Gleichbehandlungsgesetz. Das heißt doch klar und deutlich: wir wollen weiter diskriminieren.

Verräterisch auch die ganzen Freudschen Versprecher in den Diskussionen mit Arbeitgebervertretern, etwa "das ja klar ist, dass die ganzen Unternehmer gegen Anti-Diskriminierung sind". Eben!!

Wobei der interessante Aspekt durchaus ist, dass die Privilegienträger und -verteidiger sich offensichtlich in ihrer diskriminatorischen Praxis durch das geplante Gesetz doch irgendwo bedroht fühlen, sonst würden sie doch nicht so laut tönen.

Sehr interessant auch, dass es immer nur die anderen sind, die angeblich Vorbehalte haben. Da kann der Handwerker keine Mitarbeiter mit Migrationshintergrund einstellen, weil die alten Leute eben angeblich (oder doch nur vermutlich -- um so ein anderes Vorurteil zu zementieren?) so oft Vorurteile gegen Ausländer haben. Man selbst hingegen ist total aufgeschlossen und tolerant und entscheidet natürlich nur aufgrund von Qualifikation. Genau! Logisch! Völlig klar! Deswegen sind auch so viele Menschen mit Behinderungen in den Betrieben beschäftigt und so viele Frauen oder Migranten in der Führungsebene tätig und deshalb ist der Anteil der Älteren unter den Langzeitarbeitslosen auch so gering und Mietinteressenten mit dunklerer Hautfarbe finden so rasch eine Wohnung und Homosexualität wird von allen als ganz normal anerkannt und so weiter.

So oder so: es ist einfach ein Skandal!

Freitag, Juni 09, 2006

Alte Liebe: Green Gartside ist zurück

Die Politik des Begehrens ist nach wie vor aktuell. Vielleicht ruhte sie einige Jahre im Verborgenen, aber sie wirkt weiter - und jetzt meldet sie sich im Pop zurück, im Pop, der auch politisch ist.

Der Mann, der mir Derrida und Gramsci näher brachte, ist zurück. Der Mann, der die schönsten Liebeslieder der 1980er Jahre schrieb, hat nichts verlernt.

Nix mit Blumfelds Apfelmännern, nein, Green Gartside verlangt nach Weißbrot und Schwarzbier und besingt den "Petrococadollar".

Ein feines Interview mit Paul Julian Strohmeyer aka Green Gartside aka Scritti Politti führte Thomas Winkler für die taz.

Nieder mit der Männerherrschaft! DFG und WLG fordern die Frauenquote!

Wunder gibt es immer wieder:
Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Professor Ernst Ludwig Winnacker, und der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft (WGL), Ernst Rietschel fordern die Frauenquote für den Wissenschaftsbetrieb. "Wir müssen radikal so lange Quoten verlangen, bis ein Ausgleich erreicht ist - bis hin zu 50:50", sagt Rietschel. An deutschen Hochschulen sind lediglich 13% aller Professuren an Frauen vergeben, bei den C4-Lehrstühlen nur 8% und in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen noch weniger.

Quelle: dpa, Meldung in der taz am 9.6.2006.