Montag, Februar 20, 2006

Schokokrise

Ohgottohgottohgott!!! Neues Unheil bahnt sich an!

Spiegel Online warnt uns schon heute vor einer möglicherweise demnächst drohenden globalen Krise: Was passiert, wenn Chinesen und Inder plötzlich Schokogelüste entwickeln sollten?

Angst vor dem Schoko-Schock

Globalisierung hat manchmal seltsame, unerwartete Auswirkungen. So könnte der wachsende Wohlstand Chinas und Indiens dazu führen, dass in Deutschland die Schokolade teurer wird.

Hamburg - Patrick de Maeseneire erwartet, dass die Auswirkungen in ein paar Jahren spürbar sind: Der Chef des weltgrößten Schokoladenproduzenten Barry Callebaut fürchtet, dass wegen der schnell steigenden Nachfrage aus China der Kakao knapp wird.

Wenn der Schokoladenkonsum auf den Märkten in Asien anzieht, dürfte langfristig, in etwa fünf bis zehn Jahren, die Nachfrage das Angebot übersteigen", sagte de Maeseneire der "Financial Times Deutschland".

Der schweizerische Konzern rechnet laut Interview damit, dass Chinesen, Inder und Indonesier ihre Essgewohnheiten ändern und mehr Schokoladenprodukten verbrauchen. Während ein Europäer durchschnittlich rund zwei Kilogramm reinen Kakao jährlich verspeist, isst ein Konsument in China bisher nicht einmal 20 Gramm, so Marktanalysen der Internationalen Kakao-Organisation ICCO.

Sollten die Chinesen tatsächlich eine Schwäche für Kakaoprodukte entwickeln, dürfte dies den Preis des Rohstoffes steil nach oben treiben. "Die Angebotsseite ist am Kakaomarkt nicht elastisch genug, um auf Nachfrageerhöhungen zu reagieren. Es dauert einfach zu lange, bis neue Bäume einmal Früchte tragen", sagte Christoph Eibl, Leiter Rohstoffhandel bei Tiberius Asset Management, der Zeitung.

Kakaobäume gedeihen nur in einem engen Gürtel rund um den Äquator, vor der ersten Ernte vergehen mehr als fünf Jahre.

itz/dpa-AFX

Montag, Februar 13, 2006

Karikaturenstreit als Kulturkampf

Der Streit um die dänischen Karikaturen hat immense Ausmaße angenommen und wird zum globalen Bilderstreit.

Botho Strauss hat sich im Spiegel zu Wort gemeldet und stellt seine Sicht auf diesen Konflikt dar.
In der deutschen Geistesgeschichte gab es immer auch die östliche Sehnsucht, gab es zum Beispiel Nietzsche, der Karl Martell schmähte. Er habe mit seinen Feldzügen gegen die Araber im 8. Jahrhundert Europa um die Segnungen und Reichtümer der sarazenischen Kultur betrogen und unsere glückliche Islamisierung verhindert. Ob er in seinem tiefen antichristlichen Rigorismus dies Urteil auch angesichts der Terrorschläge von Dschihadisten und Salafisten aufrechterhalten hätte? Durchaus denkbar. Nichts bleibt unerbittlicher und eifernder als eine Anti-Passions-Passion. (...)


Integration, darunter versteht man bei uns vor allem Assimilierangebote. Am demokratischsten wäre der Verzicht auf Glaubensidentität und Sittenprägung. Für Ausbildung und berufliches Fortkommen empfiehlt sich die profane Gesinnung und Lebensform.

Folglich gehört der Junge, der gläubige Christ, das Kind, das Heimat kennt und Heimat fordert, so oder so zu einer verschwindenden Minderheit. Es wird ihm sein inneres Hab und Gut eher streitig gemacht von den Zwängen der Anpassung, der Vorteilssucht und des Karrieredenkens als von den Strenggläubigen des Propheten. Im Gegenteil, die Letzteren müssten ihn in seinem Glauben noch bestärken - er wird sich ihnen gerade in dem Maße entgegensetzen, wie sie ihm zum Vorbild dienen.

Sollten Regeln für das friedliche Miteinander in der Unvereinbarkeit festgelegt werden, so hätte als eine der ersten zu gelten, dass man Christen nicht als "Ungläubige" denunziert.

Um eine weitere Regel wird gegenwärtig gestritten: ob der Meinungsfreiheit eine Grenze zu setzen sei. Sie findet sie bereits beim Schutz der Person. Es ist nicht einzusehen, weshalb ein solcher Schutz nicht auch für die Sakralsphäre gewährt werden sollte, ohne dass damit demokratische Grundrechte aufs Spiel gesetzt würden.

Die religiös Indifferenten leben nicht mehr ganz unter sich in diesem Land. Der Verletzung sakraler Gefühle kommt daher eine andere Bedeutung zu als in der früheren Bundesrepublik. Sie sollte ebenso strafbar sein wie die Verletzung der Ehre.

Wie oft beschrieben, bezieht der Islam seine stärkste Wirkung aus seiner sozialen Integrationskraft. Seine diesseitigen Vorteile lässt man leicht außer acht, wenn man sich mit dem politisch-spirituellen Konflikt beschäftigt. Gleichwohl werden liberale Systeme mit ihrem Integrationsangebot, ihren Assimilierforderungen immer mit der innerislamischen Integration konkurrieren.

Mit anderen Worten, die angebliche Parallelgesellschaft ist eigentlich eine Vorbereitungsgesellschaft. Sie lehrt uns andere, die wir von Staat, Gesellschaft, Öffentlichkeit abhängiger sind als von der eigenen Familie, den Nicht-Zerfall, die Nicht-Gleich-Gültigkeit, die Regulierung der Worte, die Hierarchien der sozialen Verantwortung, den Zusammenhalt in Not und Bedrängnis. Selbstverständlich ist es für den aufgeklärten Westeuropäer der Born der Finsternis, der dies Leben in der Gemeinschaft unterhält und gut organisiert.


Als Experte für passagere Krisen fällt es ihm schwer, mit einem auf Dauer nicht lösbaren Konflikt zu leben. Mit seinem Sinn für das Vorübergehende muss er an ebendieser Dauer scheitern. Da nützt es ihm wenig, wenn er - zwischenzeitlich und vorübergehend - neue Quellen der Religiosität in seiner Welt entdeckt. Sie hören meistens nach dem Kirchentag schon wieder auf zu sprudeln. Andererseits gibt es eine Chance der Inspiration und der indirekten Beeinflussung, die von der unmittelbaren Nähe einer fremden und gegnerischen sakralen Potenz herrührt.

Sie sollte uns allerdings zu etwas mehr als zu Spott und Satire provozieren. In dieser Konkurrenz gilt es, unser eigenes Bestes aufzubieten, es neu zu bestimmen oder wiederzubeleben: das Differenziervermögen an oberster Stelle, das Schönheitsverlangen, geprägt von großer europäischer Kunst, Reflexion und Sensibilität - lauter Sinnes- und Geistesgaben, die in der westlichen Gesellschaft der Gegenwart von geringer Bedeutung, geringem Ansehen sind.

Wir sind ja nicht bloß eine säkulare, sondern weitgehend eine geistlose Gesellschaft. Schon das macht den "Dialog" nicht leichter. Für die Vorbereitungsgesellschaft wäre zwar auch unser Bestes heute nichts als Häresie, und doch - gäb's je ein globales Toledo, zumindest eine kurze Blütezeit westöstlicher Synergien, dann führte der Weg dorthin weniger über die Weltmärkte, technische Innovationen, Sitten und Moden, sondern wiederum über die Annäherung und den Disput zwischen den Schriftkulturen.

Der Konflikt ist nicht zu lösen, dafür aber fest umrissen und beendet die Periode der "neuen Unübersichtlichkeit". Mit der westlichen Einfühlung in einen unüberwindlichen Antagonismus, sakral/säkular, ist die herrschende Beliebigkeit, sind Synkretismus und Gleich-Gültigkeit in eine Krise geraten. Vielleicht darf man sogar sagen: Wir haben sie hinter uns. Es war eine schwache Zeit!

Der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher hat daraufhin gleich reagieren müssen und seine Antwort auf Botho Strauss im eigenen Blatt veröffentlicht.
Unser Problem ist, daß den Islamisten die pure Existenz einer westlichen Kultur als Beleidigung gilt. Die arabisch-europäische Liga gemäßigter Muslime sagt das nicht geradeheraus, obwohl sie, unter großer Anteilnahme, gerade einen Holocaust-Karikaturenwettbewerb veranstaltet. Aber sie nennt eine Vision: "Wir erklären, daß wir den Gebrauch der arabischen Sprache zwischen unseren Völkern als lingua franca in ganz Europa befördern und wiederherstellen werden. Wir erklären, daß wir strukturelle Bindungen zwischen der arabischen Diaspora in Europa herstellen werden, um eine einzige Gemeinschaft in ganz Europa herzustellen. Und wir werden die Bindungen zwischen unserer Diaspora und der Arabischen Nation stärken." Die Frage ist, was eine Gesellschaft dem entgegenzusetzen hat, die allen Ernstes darüber diskutiert, ob ihre eigene Sprache auf Schulhöfen gesprochen werden soll. (...)

Wer ist Mehrheit, und wer ist Minderheit? Diese Frage, die Politiker aus naheliegenden Gründen nicht öffentlich zu stellen wagen, hat der Bevölkerungsforscher Herwig Birg längst beantwortet. Dabei geht es nicht um die Veränderungen der Mehrheitsverhältnisse in der Gesellschaft insgesamt, sondern um eine demographische Revolution von unten. (...)


Das ist ein fundamentaler Umformungsprozeß, der uns beruhigter sein lassen könnte, wenn wir nicht schon heute wüßten, daß eine wachsende Zahl dieser Zuwanderer oder ihrer Nachkommen in den letzten Jahren mehr von der sozialen Integrationskraft des Islam profitiert als von der Integrationskraft unserer Gesellschaft. Zur gleichen Zeit nämlich wird der explosive Jugendanteil in den despotisch regierten arabischen Ländern sich ein weiteres Mal erheblich verstärkt haben. (...)

Im Tagesspiegel vom 14.2.2006 erhellt Rüdiger Schaper die Texte von Botho Strauss und Frank Schirrmacher.

In der Frankfurter Rundschau kommt Ina Hartwig zu folgendem Ergebnis:
Religion, Heimat, Familie: Das sind, astrein durchdekliniert, konservative Großthemen, die Strauß für sich reklamiert, der verlorene Schönheitssinn gehört auch noch dazu, vulgo: Kultur. Das alles wäre nicht weiter der Rede wert, wenn Strauß seine Selbstvergewisserung nicht an eine brenzlige, in der Tat stammtischhafte Melange aus Angst und Neid, kurz: aus Ressentiments, bände. Ist sein Feindbild der seiner Wurzeln verlustige Westeuropäer, so wäre sein Held der potente Konservative. Dass dieser, sozusagen als Schriftgelehrter wie einst Voltaire, in den religiösen Dialog eintreten könnte, ist die schöne Illusion dieses Gemütszustands.

Und Eckhard Fuhr meint in der Welt, dass uns ein "Nüchterner Blick" Not tue
Sie reden sich gern ein, die Wut der islamischen Massen sei nur künstlich erzeugt von Mullahs und politischen Despoten. Eigentlich wollten diese Massen nichts anderes, als so zu leben, wie wir im Westen. Was die materielle Seite des Lebens betrifft, mag das ja stimmen. Aber bei allem, was darüber hinaus geht, sollten wir im Westen uns von dem Gedanken verabschieden, wir seien das heimlich bewunderte und fortschrittsgeschichtlich geadelte Vorbild.

In der taz vom 14.2.2006 kommentiert Christian Schneider das Bildverbot als Instrument der Aufklärung.
Das Bilderverbot ist eine Frühform der Aufklärung: Gegen den heidnisch-polytheistischen Konkretismus der Götzenverehrung setzt es die klare Linie des einen Gottes, der nicht darstellbar ist, weil er eine andere Qualität des Seins repräsentiert, als sie den Menschen zusteht. Das Bilderverbot richtet sich nicht auf Bilder schlechthin, sondern gegen das Kultbild. Es verwaltet die grundlegende Differenz zwischen Weltlichem und Göttlichem, indem es darauf beharrt, dass die göttliche Macht nicht repräsentiert werden kann, ohne sie zu verweltlichen.

(...) Das Bilderverbot als Wächter über die Grenzlinie der beiden Reiche richtet sich insofern ursprünglich gegen die Aufladung des Politischen mit Theologischem. Jedenfalls im Geist der westlichen Aufklärung. (...) Nun ist es keineswegs so, dass es nur im Westen "Aufklärung" gegeben hat. Die islamische Aufklärung ist historisch bedeutend älter, anderen Inhalts - und ohne sie die westlich-christliche nicht denkbar. (...)

Zurzeit üben sich unsere Politiker darin, zu beteuern, dass es sich bei den Konflikten zwischen dem Westen und dem Islam keineswegs um einen Kampf der Kulturen handele. Die Beteuerung erinnert indes allzu sehr an Pfeifen im Wald. Islam und Christentum haben sich über 1.400 Jahre gegenseitig als "den Anderen" betrachtet. (...) Islam und Christentum teilen eine teleologische Auffassung der Geschichte ebenso wie den Glauben an die Überlegenheit ihrer Werte. Gerade diese Ähnlichkeit macht die eklatanten Unterschiede in der Bewertung von Individuum, Gemeinschaft und ihrem Zusammenhang so prekär und die fundamentale Differenz in der Stellung der Religion im politischen Leben so konfliktuös. (...)

(...) Der so genannte "Kampf der Kulturen" besteht nicht zuletzt darin, dass die jeweils andere Kultur Züge des eigenen Untergegangenen spiegelt. Eben diese Konfrontation mit dem fremd gewordenen Ähnlichen wirkt dann schockierend. Oder anziehend: Haben nicht noch vor kurzem deutsche Konservative öffentlich bekannt, wie sehr sie die religiöse Inbrunst der Muslime berührt - und sich dabei positiv auf die Bilder von Selbstgeißelungsdemonstrationen bezogen?


Freitag, Februar 03, 2006

Einen Rat für liberale Muslime

fordert im Tagesspiegel ein junger deutscher Muslim iranischer Herkunft.


Update 14.3.2006

In Dänemark hat sich unter der Initiative des syrischstämmigen Naser Khader zwischenzeitlich eine Vereinigung demokratischer Muslime gebildet. Der Spiegel-Bericht ist hier nachzulesen.

Sag mir, wo die Dollars sind

Ein ehemaliger Mitarbeiter der US-Verwaltung im Irak hat gestanden, mindestens zwei Millionen Dollar veruntreut zu haben. Die Summe war eigentlich für den Wiederaufbau des Landes bestimmt. Zu seinen Komplizen sollen auch Offiziere der US Army gehört haben.

Quelle: Spiegel Online



Donnerstag, Februar 02, 2006

Dänische Karikaturen

Im folgenden nur eine Liste mit verschiedenen Meldungen zum Streit um die Mohammad-Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands Posten":

Spiegel Online schreibt das

Und die Süddeutsche schreibt dies

Und die taz jenes

Und Herr Broders Meinung ist hier

Die tagesschau hier

Wikipedia zu Zeitung

Spiegel Online: Jordanischer Chefredakteur wagt Abdruck der Zeichnungen und verliert seinen Job

Spiegel Online: Und einen Tag später wird der Chefredakteur verhaftet

Spiegel Online: Ibn Warraq meint "Entschuldigt Euch nicht"

Spiegel Online: Eine Replik von Jürgen Gottschlich: "Maulhelden der Meinungsfreiheit"

Spiegel Online: Zeichner mit dem Tode bedroht

Spiegel Online: USA unterstützen Moslems

Spiegel Online: France Soir offline, Hagalil gehackt

Spiegel Online: Annan fordert Respekt vor Religionen

Spiegel Online: Kristina Bergmann: "Das gefährliche Spiel mit der religiösen Inbrunst"

Fünf Stimmen deutscher Karikaturisten sammelte der Tagesspiegel darunter auch´

Gerhard Haderer: „Ich halte den Auftrag der Jyllands-Posten-Redaktion, Mohammed zu zeichnen, für eine Schnapsidee. Das islamische Bilderverbot ist eindeutig. Allerdings ist es inkonsequent, dass sich der Westen jetzt nicht hinter die Karikaturisten stellt. Die Muslime, die im Nahen Osten auf die Straße gehen, schießen mit Kanonen auf Karikaturen; ihre Reaktion ist völlig humorlos. Auch für mich gelten Tabus: Ich habe mein Jesusbuch herausgebracht, weil es im Christentum kein Verbot gibt, Jesus darzustellen. Weil ich nicht aus dem Islam oder Judentum komme und ihre Affektlage nicht nachvollziehen kann, würde ich auch ihre Bilderverbote nicht unterlaufen.“

Gerhard Haderer, Jahrgang 1951, arbeitet für den „Stern“.


Über die Geltung des Bilderverbots vermeldet der Tagesspiegel folgendes


Update 3.2.2006
Rudolph Chimelli kommentiert zum Thema Religion und Respekt in der SZ

Und Bernd Graff überaus einsichtsreicher SZ-Kommentar behandelt das Fackeln mit der Freiheit. Graff ruft dazu auf, auf beiden Seiten "zivilisationsemphatisch abzurüsten" und erinnert an die Mär von den "99 Luftballons"...


Update 7.2.2006
Der Iran karikiert zurück - Kampf der geschmacklosen Tabubrecher
Spiegel Online stellt diesen Cartoon-Streit in den Zusammenhang politischer Konflikte.
Und für Telepolis kommentiert Florian Rötzer und stellt den Zusammenhang zu anderen Tabus und gotteslästerlichen Akten her.


Update 8.2.2006

In der Zeit vom 2.2.06 wird "Gerechtigkeit für die Muslime gefordert". Mark Terkessidis und Bahman Nirumand den vom Iran ausgerufenen Karikaturenwettbewerb, verweist auf politische Zusammenhänge sowie auf moderate Stimmen iranischer Intellektueller, die den friedlichen Dialog der Kulturen suchen.
Dass die Proteste in islamischen Ländern vom Iran aus gesteuert werden, vermutet der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD). Im NDR stellte er gestern einen Zusammenhang mit den Entscheidungen der internationalen Gemeinschaft gegen das iranische Atomprogramm her.
Ebenfalls in der taz berichtet Reinhard Wolff über die dänische Zeitung
Jyllands-Posten:
Ende der Neunziger veränderte sich JP deutlich. Fast ein Viertel der Redaktion musste gehen, die Qualität sank, die Meinungsseite orientierte sich immer mehr nach rechts. Einhergehend mit der Ausrufung eines "Kulturkampfs" durch die 2001 angetretene konservativ-rechtsliberale Regierung entwickelte sich JP zum Sprachrohr einer Verschärfung der Ausländerpolitik. Themen kamen ins Blatt, für die man den Tatsachenbeweis schuldig blieb. Ein Chefredakteur ging, nachdem die Leitung gegen seinen Widerstand passend zu den Parlamentswahlen eine Geschichte über angeblichen systematischen Sozialsystemmissbrauch durch Asylsuchende ins Blatt gehoben hatte. Kurz vor den weltweit bekannt gewordenen Zeichnungen prangte auf der Titelseite: "Islam am kriegerischsten". Eine groß aufgemachte Geschichte einer muslimischen Todesliste mit jüdischen Namen erwies sich als Fantasieprodukt.
Der Spiegel Online berichtet über die weltweiten Reaktionen und Proteste, sowie neue Karikaturen in Frankreich und Deutschland. Inzwischen haben jedoch die Satirezeitschriften das Ruder übernommen. Außerdem wird über aktuelle Umfrageergebnisse berichtet, die belegen, dass die Kluft im Westen größer geworden ist und sich mehr Menschen vom Islam bedroht fühlen.

Mittwoch, Februar 01, 2006

Anderer Leute Probleme

Bill Gates hat manches Problem, das andere Menschen nicht haben.
Wie der SPIEGEL meldet, sprengen die Beträge, die in seiner Steuererklärung erfasst werden, die dafür vorgesehenen Masken der Formulare.