Samstag, Dezember 31, 2005

Das lustige Gewissensquiz

Das lustige Gewissensquiz dürfen ab 1.1.2006 Menschen aus den 57 Staaten, die der Islamischen Konferenz angehören, spielen, die den Wunsch haben, deutsche Staatsbüger zu werden. Erste Spielstation ist Baden-Württemberg. Andere Länder werden da wohl folgen.

Das lustige Gewissensquiz soll prüfen, ob Muslime, die Deutsche werden wollen, auch loyal zu unserer schönen Grundordnung stehen. Dazu müssen sie Fragen beantworten, die die Bild-Zeitung schon mal ausgeplaudert hat. Beispielsweise wie sie zu der Aussage stehen, dass eine Frau ihrem Mann zu gehorchen habe. Hm, überlege ich, ob diese Frage vielleicht auch der Standesbeamte stellt, wenn sich ein deutscher Mann eine fernöstliche Braut aus dem Katalog bestellt hat? Oder muss die Frau die Frage beantworten? Ist die richtige Antwort beim muslimischen Mann und der ostasiatischen Frau dieselbe?

Schöne Frage ist auch diese: "Hätten Sie bei bestimmten Berufen Schwierigkeiten, eine Frau als Autoritätsperson anzuerkennen?" Hm, die Antworten von Heiner Lauterbach, Waldemar Hartmann, Dieter Wedel und Edmund Stoiber würden mich da schon interessieren. Und mir fallen auf Anhieb noch ein paar Dutzend Männer (und Frauen!) mehr ein, die damit gern mal ein Problem zu haben scheinen. Und das hat überhaupt nichts mit dem Islam zu tun. Oder haben wir so viele heimlich Konvertierte? Wie schaut's gleich nochmal mit den Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen in der katholischen Kirche aus? Lieber Papst Benedikt: ihre Meinung bitte zu Päpstinnen, Kardinälinnen oder ganz profan Priesterinnen? Liebe gemobbte Polizeibeamtinnen und Soldatinnen: sorry, ihr bildet euch das nur ein! Deutsche Männer denken sowas nicht!

"Was würden Sie tun, wenn ihre Tochter einen Mann anderen Glaubens heiraten möchte?" Vorsicht, gemeine Fangfrage!! Wobei schon der deutsche Durchschnittsvater möglicherweise Schwierigkeiten haben dürfte, wenn sich seine Tochter als Herzallerliebsten einen tibetischen Schamanen oder haitianischen Voodoo-Anhänger ausgesucht hat. Aber der deutsche Vater hat Glück, und muss die Frage nicht beantworten. Der muslimische Vater bekommt jetzt aber echt ein Problem, denn nach dem Koran darf eine Muslimin nur einen Moslem heiraten. Andersrum ist es nicht gar so problematisch. Damit bleibt als möglicher Ausweg nur: meine Tochter ist Atheistin? Oder Christin? Oder "ich habe keine Tochter?" Oder "ich bin doch schon sterilisiert, was wollen Sie denn noch von mir?"

Ganz gemein auch die Frage: " Manche Leute machen die Juden für alles Böse in der Welt verantwortlich und behaupten sogar, sie steckten hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York. Was halten Sie von solchen Behauptungen?" Hier muss jemand aber sehr gut in der Lage sein, erstmal den weltverschwörerischen Schwachsinn der Frage auseinanderzunehmen und die Unterstellungen zurückzuweisen, um dann darauf antworten zu können. Oder lautet die richtige Antwort "Ganz wie sie wünschen, bey?" ... Und was hat man sich dabei gedacht, dass es auch noch diese Frage gibt: " Sie haben von den Anschlägen am 11. September 2001 in New York und am 11. März 2004 in Madrid gehört. Waren die Täter in Ihren Augen Terroristen oder Freiheitskämpfer?" Wollen die Fragesteller wirklich in diese Diskussion einsteigen? Oder geht es um eine kurze Antwort? Um den pawlowschen Reflex, dass der Einbürgerungswillige verstanden hat, was er in bestimmten Situationen zu sagen hat? Wo ist die Frage: "Sie haben vom Einsatz der weltweit geächteten Waffe weißer Phosphor durch die US Army in Falludscha gehört, bei der die Zivilbevölkerung auf grausamste Weise ermordet wurde. Waren die Täter in Ihren Augen Terroristen oder brave Soldaten, die nur ihren Job machen?" "Sollten deutsche Flughäfen auch weiterhin der CIA für ihre Transporte von Entführen zur Verfügung stehen?" Geht es um politische Diskussionen oder um Staatsbürgerschaft???

So, und nun noch eine Frage, die im Quiz nicht vorkommt: Was ist eigentlich aus unseren Grundwerten der freien Meinungsäußerung und der geschützten Privatsphäre geworden?
Schade, kaum ist das Schillerjahr vorbei, schon ist es dahin mit "Geben Sie Gedankenfreiheit!"


Inzwischen sind viele weitere Zeitschriften und Zeitungen auf die Nachricht aufmerksam geworden: Hier ein paar Anregungen zum weiterlesen:

Donnerstag, Dezember 29, 2005

"Irak ist auch bei uns"

Immer interessanter und immer wirrer werden die Geschichten rund um die Frau Osthoff.

Die Reaktionen und Mutmaßungen schießen nur so ins Kraut. Jeder Hinterbänkler gibt jetzt auch seinen Senf dazu ab. Ein Herr Hoyer, außenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, murmelt etwas davon, dass die Frau Osthoff ihr "Vertrauenskapital" verspielt habe. Und die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Frau Homburger, ergänzt, dass es ja nicht sein könne, dass die Allgemeinheit für die Dummheit einzelner bezahle.

Hm. Was wollen uns diese Menschen damit sagen? Wer entführt wird ist selbst schuld? Wer sich in Gefahr begibt, kommt in ihr um und das ist auch richtig so? Mir wird ja ein bisschen Angst und Bang um die Bundeswehrsoldaten, die beispielsweise nach Afghanistan geschickt werden. Die können auch ganz fix ihr "Vertrauenskapital" verzocken, wenn sie sich von so einem dahergelaufenen Taliban eine Kugel ins Bein schießen lassen oder noch schlimmer in eine tückische Bombenfalle hineinlaufen. Die hätten halt besser aufpassen sollen, oder? Rechtzeitig verweigern, ist ja heute nicht mehr so schwer. Wo kämen wir denn da hin, wenn die dann auf Kosten der Allgemeinheit wieder gesund gemacht oder nach Deutschland ausgeflogen werden?

Sehr aufschlußreich, wenngleich in den Andeutungen und Anspielungen nicht völlig klar verständlich, ist das Interview, das Susanne Osthoff dem heute-journal gegeben hat. Toll schon der Einstieg: "Wie geht es Ihnen?" "Schlecht." Eine Ehrlichkeit, die man im deutschen Fernsehen einfach nicht gewohnt ist. Man spürt die Verbitterung über den Medienhype und die sogenannten "Experten" sowie über die mangelnde Unterstützung ihrer Projekte in den Jahren zuvor. "43 Jahre kennt mich keiner, jetzt plötzlich wollen die irgendwas von mir", sagt sie. Und dann "ich wäre schon öfter wegen den Deutschen gestorben, weil die mich sitzen ließen im Krieg." Da ist Empörung zu spüren, dass sich jetzt alle mit ihr schmücken wollen, und Frau Osthoff spricht auch viel mehr über die Schwierigkeiten mit der Botschaft bzw. den offensichtlich ziemlich arroganten Botschaftsangehörigen und der deutschen Bürokratie bei der Durchführung ihrer Projekte, als über die Episode der Entführung und Freilassung. Die BKA-Leute scheinen auch nicht besonders feinfühlig gewesen zu sein. Fast eine weitere Woche habe es gedauert bis die "Nachbearbeitung" abgeschlossen war und Frau Osthoff wirklich wieder als "freie Frau" ihrer Wege gehen konnte. Und dann erwähnt sie zwei Mal einen "jüdischen Geheimdienstoffizier". Schade, dass die Marietta Slomka auch nur ihr Interview durchziehen will und nicht nachfragt, nicht auf die Angebote und Andeutungen einsteigt, sondern nur ihr Bild einer eigensinnigen und undankbaren Frau bestätigt haben möchte.

Es ist ein sehr beeindruckendes Interview, auch wenn man merkt, dass die Frau noch in einer starken post-traumatischen Stressphase steckt, was ja aber auch kein Wunder ist. Selbst ein Fußballer nach dem Spiel, verschwitzt und außer Atem, spricht ja auch nicht immer druckreif. Da braucht man von einer Geisel nicht erwarten, dass sie 1A-formulierte Statements ausspuckt. Dass sie verschleiert wie eine Golf-Araberin erscheint, ist selbst ein Statement und macht deutlich, dass wir hier in Deutschland nicht verstehen wollen und können, was tatsächlich vor sich geht. Geradezu provozierend spielt sie mit den Klischees, die ihr sicherlich bewußt sind, die ganzen albernen Kopftuch-Debatten, und zeigt, dass auch hinter einer Niqab eine scharfe und selbstbewußte Zunge stecken kann.

Erschütternd finde ich wie sie mit ihren Äußerungen gleich mehrere Schleier aufdeckt. Welche Sachen da hinter den Kulissen ablaufen, über die man als "braves" Entführungsopfer nicht sprechen sollte. Welche Vorgeschichten verschwiegen werden. Susanne Osthoff ist ziemlich klar in den Dingen, über die sie nicht sprechen möchte, wie etwa das Verhältnis zu ihrer Schwester. Sie schützt ihre privaten Verhältnisse. Und sie führt sehr geschickt vor, wie die Medien nur immer das hören wollen, was sie eh schon zu wissen glauben. Sie weist Frau Slomka zurecht, dass bestimmte Umstände Falschmeldungen sind. Macht deutlich, dass es offensichtlicher Unsinn ist, wenn gemeldet wird, sie habe vor ihrer Entführung noch Geld eingezahlt. Denn freitags haben alle Banken in einem islamischen Land natürlich geschlossen. Hätte einem eigentlich auffallen können.


In der Süddeutschen Zeitung ein Interview mit einem Altorientalisten, der mit ihr zusammengearbeitet hat. Er zeigt Verständnis und hat einige interessante Einschätzungen beizutragen. Dafür gibt es andererseits auch die üblichen Beschimpfungen, wenn sich eine Frau nicht an die Regeln der Medienmenschen hält. Dass man aus dem Interview dann das zusammenschneidet, was der eigenen Position am zuträglichsten ist, wird weder verschwiegen noch hinterfragt.

Bin gespannt wie die Geschichte weitergeht.

Sir Bob

Man kann sich nur noch wundern. Sir Bob, ehemals Sänger der Boomtown Rats und nun britisches Gewissen für das hungernde Afrika, wird Berater der britischen Tories. Nein, ich habe mich nicht vertippt. Der Tories! Genialer Coup von meinem Freund Cameron. Muss der Neid ihm lassen. Was will der gute Tony dem entgegensetzen? Katie Price? Nein, dann doch besser Samantha Fox. Oder Bono als Statthalter für Nordirland und den Weltfrieden? Robbie Williams als Drogenbeauftragter der Regierung?

Update: Hehehe, Tony hat schnell reagiert. Mit einer Art Homestory-Video "A Day in the Life".
Hier die Fotos zum Bericht.

Wenn man Französisch könnte ...

Früher waren Professoren oder große Geister ferne Sterne. Heute kann man jedem einfach eine Mail schreiben oder im Blog nachlesen, was sie gerade so treiben und denken.

Soeben habe ich entdeckt, dass Julia Kristeva ein eigenes Blog unterhält.

Vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass die ehemals jüngste Professorin Deutschlands und Lebenspartnerin von "Mrs Tagesthemen" Anne Will, Miriam Meckel ebenfalls zu den Bloggern zählt.

Nur Luhmann hielt an seinem Zettelkasten fest und starb lieber bevor er bloggen musste. ;-)

Mittwoch, Dezember 28, 2005

Ich will heim! - Wo ist daheim?

Wieder mal Susanne Osthoff.
Aber endlich mal ein "vernünftiger" Artikel, keine endlose Schuldzuweisung nach dem Motto "wie kann sie nur?" Wahrscheinlich regt sich der deutsche Blätterwald auch deshalb so auf, weil die Frau Osthoff nicht die Frau Wallert ist, weil sie sich, wie der taz-Autor schreibt, eben wie eine irakische Geisel verhält und versteht. Und die kommen ja auch nicht alle zum Weihnachten feiern nach Deutschland, sofern sie die Geiselhaft überlebt haben.

Und - wo war sie nur so lange? - Antonia Rados meldet sich jetzt in der Berliner Zeitung zum Fall Osthoff.

Und dann gibt es die Momente, wo man vielleicht doch an Gott glaubt, die ja, wie ich inzwischen weiß, einen sehr schönen und ziemlich schrägen Sinn für Humor hat.

Also, da sprach ein ehemaliger Staatsminister im Auswärtigen Amt davon, dass manche Deutsche bei ihren Auslandsreisen ein hohes Risiko eingehen und sich auf den Staat verlassen, dass der sie da wieder rausholt. "Sozialversicherungsdenken" nannte der Herr Chrobog das. (Ob er dabei die ganzen Tsunami-Opfer vom letzten Jahr meinte?)

Manchmal geht's auch schief, wie bei der Heidelberger Studentin, die jüngst in Ecuador erstochen aufgefunden wurde, da muss dann nur noch die Leiche nach Deutschland überführt werden. Manchmal bleibt es aber auch bei der üblichen Entführung wie eben im Fall von Susanne Osthoff. Der wird inzwischen regelrecht gedroht, sie solle ja nicht daran denken, jemals wieder in den Irak zu fahren. Vom Einreiseverbot in den Irak ist die Rede. Das wäre dann eine Art "Zwangsexil" in der fremd gewordenen Heimat Deutschland? Die Argumentation wirkt ein bisschen seltsam und wenn man es ernst nähme, müsste die Bundesregierung ALLEN Irakern und Irakerinnen in Deutschland Asyl anbieten, weil es derzeit dort einfach zu gefährlich ist. Dabei wird in der Realität schon wieder abgeschoben, weil in der Post-Saddam-Ära ja all die Asylgründe wegfallen, die mal gegolten haben. Aber ich schweife vom Thema ab...

Tja, und heute wurde also im Jemen eine fünfköpfige Familie entführt. Dabei weiss man doch, dass der Jemen nun alles andere als ein sicheres Reiseland ist. Touristen waren das, also nicht mal Leute, die den Jemenitern helfen wollten, oder historische Kulturstätten sichern, also weder humanitäre noch kulturelle oder ganz profan wirtschaftliche Gründe. Bloße Abenteuerlust offensichtlich, möglicherweise gepaart mit diesem verwerflichen "Sozialversicherungsdenken", dass es schon irgendwie gut gehen wird. Die Familie war auch mit Studiosusunterwegs, also einem seriösen Reiseveranstalter. Die Einladung sei sogar dort aus einem Ministerium gekommen, und somit auch noch geradezu hochoffiziell. Hat nichts genützt, sind trotzdem entführt worden. - Und wie es der schräge göttliche Zufall will: es ist die Familie Chrobog, die da in den Händen jemenitischer Entführer festsitzt. So was Blödes aber auch! Ist schrecklich für die Familie, klar doch. Aber nach der doofen Bemerkung vom Herrn Chrobog ist ein wenig Zynismus auch angebracht.

Wobei, was mich ja endlos nervt ist, wie diese alten Männer so tun, als ob die Frau Osthoff ein dummes Ding sei. "Eigensinnig" sei sie, als ob das was Schlechtes sei. Dann wird ständig ein "Irak-Experte" zitiert ... und das soll ausgerechnet der Scholl-Latour sein?? Als ob die Osthoff keine Ahnung hätte, wo sie sich da aufhält. Schon seltsam - oder doch Frauensolidarität? - dass sich lediglich die Claudia Roth und die Antonia Rados eher dahingehend äußern, dass die Osthoff schon wissen wird, was sie tut.

Samstag, Dezember 24, 2005

Unter Deutschen

Arme Susanne Osthoff. Armes, seltsames, unbegreifliches Deutschland.
Bei der italienischen Journalistin Giuliana Sgrena wurde irgendwie mehr Anteilnahme gezeigt als sie entführt, mehr Freude geäußert, als sie unter dramatischen Umständen befreit wurde und nach Italien zurückkehrte. Wie anders aber im "Fall" Susanne Osthoff. Da wird die Schwester bei der Mahnwache angepöbelt, die öffentliche Anteilnahme hält sich sowieso stark in Grenzen. Nach der Befreiung wird darüber spekuliert, ob die Entführte nun für die Unkosten, die der deutsche Staat mit ihr hatte, aufkommen muss. Als das in Zweifel gezogen wird, melden sich früher entführte Sahara-Touristen und regen sich auf und fordern geradezu, dass Susanne Osthoff gefälligst auch zu zahlen habe. Inzwischen werden seltsame Informationen von deutschen Geheimdienstmitarbeitern gemeldet, die Frau Osthoff in Bagdad getroffen (und möglicherweise erst gefährdet?) haben wollen. Gleichzeitig zeigen sich die Massenmedien darüber verstört und irritiert, dass "unsere" Geisel jetzt vorzieht nicht nach Deutschland zurückzukehren und sich dem medialen Trubel verweigert. Dabei sieht man sie schon bei Herrn Jauch, Herrn Kerner oder Herrn Beckmann im Sessel sitzend über die dramatische Entführung berichten, tränenden Auges die Versöhnung mit der Familie anzeigend und öffentlich Abbitte leistend, dass sie ihren eigenen Weg ging, der sie nun mal in den Irak führte, statt tagtäglich ihre Tochter auf dem Schulweg zu begleiten. Was für eine Frau? Was für eine Mutter?

Nun denn, jüngstes Kapitel dieser deutschen Geschichte: "Berlin dreht Osthoff-Projekten den Geldhahn zu" meldet Spiegel Online bezugnehmend auf einen Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dann also Ade, deutsches Kulturzentrum in Arbil. (Was für ein praktischer Grund Kulturförderung zu streichen!) Im Radio wird die Frau sogar symbolisch nach Alaska verbannt. (Genau, da gibt's ja auch Öl.) Sie solle nicht mehr in den Irak, sie sei eine Plage.
Ja, genau. Und Beethoven hätte nach seinen Hörproblemen doch besser malen oder töpfern sollen statt weiterhin stur an seiner Musik festzuhalten. Nicht wahr?

Dienstag, Dezember 20, 2005

Plagiatorenalarm in Legoland

Das darf doch nicht wahr sein! Lego hat sein geschütztes Monopol verloren. Ab sofort verkaufen auch Mega-Bloks und Best-Lock ihre gefakten "Legosteine" in Deutschland.

Was wird das nächste sein? Plagiate von Playmobil? Gefälschte Kinder-Überraschungseier? Ist denn nichts mehr heilig?? Und das vor Weihnachten. Unglaublich.

Montag, Dezember 19, 2005

Folterspiele

Eben noch einen Bericht entdeckt, wonach britische Mädchen ihre Barbie-Puppen gerne foltern. Zu den beliebtesten Maßnahmen gehören verstümmeln, enthaupten und in der Mikrowelle schmoren lassen. Da war ich ja wirklich harmlos. Meinen wurde nur immer nur das lange Haupthaar abgeschnitten. Ja, ok, nach der Heißföhnbehandlung wies die ein oder andere Puppe am Kopf dann auch Schmorspuren auf.

Für die Mädchen sei die "Barbie-Folter" übrigens etwas ganz normales.

Vielleicht auch nur die Entwicklung hin zu einem eigenen Frauenbild?

Interessanterweise würde Jungen ihre Action-Man-Figuren nicht foltern, sondern eher ein nostalgisches Verhältnis zu ihnen bewahren.

Spannend wäre jetzt zu wissen, ob Ken auch massakriert wird?

Wer schön sein will ...

Mist, jetzt hab ich schon wieder einen Trend verpennt! Obwohl ich das mit diesem Schönheitswahn ja noch nie so ganz verstanden habe. Ich wollte schon als kleines Mädchen immer so aussehen wie die alte Katherine Hepburn oder die alte Brigitte Horney. Die fand ich einfach wunderschön mit den ausdrucksstarken Gesichtern, aus denen viel gelebtes Leben aber auch so was wie Optimismus und Lebensfreude sprach. Dass es da also etwas zu geben scheint, was das Leben durchaus lebenswert macht und viel Genuß und wahrscheinlich auch ab und an nen Löffel voll Schmerz und Leid verspricht.

Egal. Inzwischen hab ich mich daran gewöhnt, dass man sich die Brüste und die Lippen aufpumpen, die Oberschenkel, Bauch und Po dafür absaugen lassen kann. Die Haut an Augenlidern, Stirn und Wangen soll ab und an etwas gestrafft werden. Außerdem kann man sich an allerlei Stellen hübsche Bildchen und Muster auftätowieren lassen oder sich verschiedene Körperteile perforieren lassen und kleine Ringchen oder Stäbchen hindurchziehen. Ich habe auch gelernt, dass es manche schön finden, sich mit künstlichen Narben oder Brandwunden zu verzieren. Und dann gibt es ja auch diverse zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler die vorführen, was man an seinem Körper sonst noch alles nett manipulieren könnte. Aber den neuesten Trend haben auch die alle verschlafen.

Da sind manche arabischen Frauen schon etwas modebewußter. In Ägypten, habe ich mir sagen lassen, wäre das schon lange ein recht profitables Geschäft und viele Frauen aus den Golfstaaten kommen extra dafür nach Ägypten, genau so wie mache Europäerin auch gerne eine kalifornische Schönheitsfarm aufsucht, um sich auf Vordermann bringen zu lassen. Obwohl es ja immer nur für einen selbst ist und nicht für den Mann oder Freund, dass man das macht. Dass man sich also beispielsweise die Brüste aufpolstern lässt.

Also der neueste Trend aus USA ist die vaginale Verschönerung. Genau!
Anfängerinnen lassen sich einfach das Jungfernhäutchen wieder einnähen. Das freut, wie wir hören, nicht nur die streng muslimische Schwiegerfamilie sondern auch den amerikanischen Ehemann. Denn was schenkt man einem Mann, der schon alles hat. Ja, genau! Dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin. Wen das mit dem x-ten Jungfernhäutchen dann langweilt, der oder vielmehr die kann sich dann die Vagina verengen lassen. Aber die Kür ist natürlich die umfassende "Laser Vaginal Rejuvenation", genau die vaginale Verjüngungskur mittels Laser.
Da hat man sich das Gesicht und den Body für teures Geld liften und straffen lassen, und dann verrät die leicht faltige Vagina, dass man doch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat. Sowas sollte nicht passieren!!

Und so wie früher in meinen Kindertagen Frauen mit Fotos aus der Bunten oder einem anderen Celebrity-Magazin zum Frisör kamen, weil sie auch so aussehen wollten wie Farah Fawcett oder Nena, so gehen sie jetzt zum vaginalen Schönheitschirurgen und zeigen ein Foto aus dem Playboy und wollen Lippen wie Gina Wild. Nein, nicht am Mund, Schätzchen.

Sind die Vagina Monologe von Eve Ensler eigentlich schon verfilmt worden? Zeit dafür wäre es jetzt! Aber natürlich erst nach einem passenden Schönheitsprogramm!

Freitag, Dezember 09, 2005

Genderblog

Studierende der Humboldt Uni haben jetzt ein Genderblog eingerichtet.

Drogenmißbrauch

Die Situation in Iran scheint schlimmer zu sein als wir alle befürchten. Offenbar macht der Drogenmißbrauch auch vor den obersten Repräsentanten nicht halt. Anders lassen sich manche Äußerungen von Ahmadinedschad einfach nicht erklären. Jetzt fordert er in Mekka die Verlegung Israels nach Deutschland oder Österreich. ... Die Nebenwirkungen dieses Drogenkonsums sind wirklich beängstigend ...

Dienstag, Dezember 06, 2005

Cameron

Jetzt ist ein Mann, der gerade drei Monate älter ist als ich, Parteichef der Tories geworden. Tja, das heißt nun wohl tatsächlich, dass man alt geworden ist. Oder dass die Zeit der Babyboomer nun auch zu Ende geht und die Herausforderer in den Ring steigen.

David Cameron sei ein typischer Vertreter des Stadtteils Notting Hill, heißt es eben in den Nachrichten. Und ich erwarte schon, dass Hugh Grant in einer anstehenden Verfilmung den derzeitigen Oppositionsführer darstellen wird.

Desinteresse oder Sankt Florian

Heute Mittag gab es im Radio eine Diskussionssendung zum Thema "CIA". Einer der Anrufer kannte kein Erbarmen. Er meinte allen Ernstes, dass jemand, der den Namen Khaled al-Masri trägt, egal ob deutscher Staatsbürger oder nicht, einfach schon mal auf Grund des Namens verdächtig sei. Da könne man dem CIA keine Vorwürfe machen. Und ein Deutscher mit arabischem Namen der sich zu Silvester in Mazedonien aufhält... Na, das sei doch wohl hochverdächtig. -- Ach ja.

Jetzt trägt Susanne Osthoff keinen arabischen Namen, ist aber Muslima. Und engagiert sich seit Jahren im Irak. Mit humanitären Projekten, nicht als Geschäftsfrau um viel schnelles Geld zu verdienen. Das scheint auch irgendwie verdächtig zu sein. Jedenfalls halten sich die Solidaritätsadressen in Grenzen. Während in Frankreich und Italien Menschen auf die Straße gingen, um die entführten Journalistinnen zu unterstützen, ist davon in Deutschlad keine Rede. Statt dessen Schuldzuweisungen. Was wollte die da? War sie nicht gewarnt worden? Mehrfach. Na also. Selbst schuld.

Heute ein sehr lesenswerter Beitrag zu diesem Thema von Arno Widmann in der Berliner Zeitung.

Und ein weiterer interessanter Artikel auf N24.

Orientierung

Da habe ich heute morgen wirklich Angst bekommen:
Condoleezza Rice ist in Europa und erläutert ihr Rechtsverständnis. Laut Spiegel Online soll sie bekannt haben, "dass wir (die USA) die Gesetze nicht brechen, sondern uns an ihnen orientieren." Aha. Und was soll das heißen? Kann, darf ich das auch? Mich an den Gesetzen orientieren. Ohne sie aber notwendigerweise einzuhalten?

A New Beginning

Today is the first day of "Splendid Isolation".